B.2 Landschaftsästhetisches Hofportrait
Hofgemeinschaft Marienhöhe
Marienhöhe 3
15526 Bad Saarow-Pieskow
(Brandenburg)
B.2.3. Hof Marienhöhe
"Die sandige Oase"
Übersichtskarte Betriebsspiegel Landschaftliche Eigenart Gebäude Flächen & Gestaltung Luftbildvergleich


Hof Marienhöhe

Hof Marienhöhe ist der älteste ökologisch wirtschaftende Betrieb in Deutschland. Er liegt in Brandenburg ca. 1,5 km westlich des Nordufers des Scharmützelsees.

1928 kaufte der promovierte Landwirt und enger Schüler Rudolf Steiners, Erhard Bartsch den Hof. "Er erwarb dieses Land ... nicht nur, weil es billig war. Zugleich wollte er beweisen, dass die biologisch - dynamische Anbauweise Erträge auch unter ungünstigen Bedingungen hervorbringt" (STOFF,I. 1998). Er war überzeugt, dass dieser Beweis eine große Bedeutung für die Landwirtschaft auf der ganzen Welt haben würde (HOPPE mdl. Mitt. 2001).

Betriebsspiegel Hof Marienhöhe

Höhenlage:
Ø Jahresniederschläge:
80-92 m ü. NN, Niedermoorwiesen 38 m ü.NN

350 mm (und vorsommerliche Dürre)

Böden: Geschiebesande und -lehme, vorw. Sande
Bodenwertzahlen: 8 – 50 (Ø 20)
Flächen: Gesamtfläche
112 ha
Wald
Dauergrünland
Ackerland
Streuobst
Gartenbau
Sonstiges
32 ha
31 ha
40 ha
3 ha
1,5 ha
ca. 5 ha
Angebaute Kulturen: Getreide: Roggen, Hafer, Gerste, Weizen
Futtermischungen und Leguminosen:

Luzerne/Kleegras, Roggen/Winterwicke, Lupine, Serradella, Landsberger Gemenge, Sonnenblumen/Buchweizen/Mais/Lupine/Hirse, Steinklee/Möhre, Rüben

Feldgemüse: Kartoffeln, Möhren
Feingemüse vielfältig
Obst: Beerenobst, Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche
Viehhaltung: Hessisches Rotvieh
30 Stück(davon 22 Milchkühe und 1 Bulle)
Deutsches Sattelschein
20-50 Stück (davon 3 Sauen und 1 Eber)
4 Schafe, 2 Pferde, 1 Ziege, 10 Bienenvölker

Betriebsspiegel Stand 1996, gekürzt nach BARBIAN, T.


Landschaftliche Eigenart

Den Scharmützelsee nannte Theodor Fontane das "Märkische Meer". Der Scharmützelsee gehört zu einer Kette von Seen und Flüssen, die von Schmelzwasserrinnen der letzten Eiszeit zurück blieben. Das Land am Märkischen Meer gehört naturräumlich zu dem Ostbrandenburgischen Heide- und Seengebiet (Fremdenverkehrsverein Scharmützelsee e.V.).

Nördlich von Marienhöhe erstrecken sich die Rauener Berge.

Der Hof liegt alleine und etwas versteckt auf einer Rodungsinsel inmitten von Kiefernforsten. Die Flächen im nördlichen Bereich der Rodungsinsel sind hügelig, im Westen ist das Gelände stärker bewegt mit einigen markanten Kuppen, die östlichen und besonders die südlichen Flächen sind eben und flach.

Die Böden sind größtenteils sandig und karg, daneben gibt es aber auch kleinflächigere Kuppenbereiche mit schweren Lehmböden.


Bedeutung für Besucher und Erschließung durch Wege

Einige der Besucher, die das beliebte Ausflugs- und Urlaubsziel Scharmützelsee besuchen, folgen auch den Hinweisschildern nach Hof Marienhöhe über eine holprige Sandpiste, um den ältesten Öko - Hof Deutschlands zu besuchen. Dafür dass er etwas abgelegen liegt, finden recht viele Menschen den Weg hierher. Es gibt regelmäßige Hofführungen. Auch bei landwirtschaftlichen Praktikanten ist der Hof sehr beliebt.

Zwei von alten Robinien gesäumte Wege führen durch die Rodungsinsel und erschließen die Flächen von Hof Marienhöhe. Diese Wege sind auch ausgewiesene Radwege.

Eine Niedermoorwiese nördlich des Scharmützelsees, die ebenfalls zu Hof Marienhöhe gehört, ist ringsherum von einem z.T sehr gut ausgebauten Fußweg umschlossen.


Gebäude

Die Gebäude von Hof Marienhöhe liegen im Zentrum der Rodungsinsel. Sie liegen hauptsächlich südlich des sandigen, unbefestigten Weges, der von einer alten Robinienallee gesäumt wird. Die Wirtschaftsgebäude bilden einen Komplex, der einen ebenfalls unbefestigten Innenhof umschließt. Im Innenhof stehen die Hofbäume, ein Paar ungleicher Linden, die den Eingangsbereich des Gebäudes überwölben. Der Platz unter den Linden ist gepflastert.

Die Wohngebäude liegen vereinzelter, etwas versteckt zwischen hohen Bäumen. Sie sind unterschiedlich weit von der Straße abgerückt und man erreicht sie über Fußwege durch die Vorgärten oder auch eine Allee, die den Zuweg rahmt. Die Wohngebäude beherbergen ca. 35 Menschen, die eine besondere Lebensgemeinschaft bilden. Zu der Gemeinschaft gehören im Moment 6 ältere Menschen, die das Recht haben, dort bis zu ihrem Lebensende zu wohnen und versorgt zu werden, außerdem leben gerade 14 Kinder auf dem Hof. Dieses familiäre Leben prägt die Erscheinung des Hofs in ganz besonderer Weise. Es verleiht dem Hof eine lebendige Mitte. Wäsche hängt zum trocknen draußen, Kinderspielzeug steht herum. Hier ist immer was los, man trifft immer jemanden. Dazu trägt auch der Hofladen bei, der dreimal die Woche die Kunden anlockt und die zahlreichen Besucher mit ökologischen Köstlichkeiten versorgt. Vor den Wirtschaftsgebäuden und dem Hofladen öffnet sich der Weg zu einem kleinen Platz, mit anschließendem kleinen Parkplatz. Das Gebäude in dem sich der Hofladen befindet ist neu, bei den anderen Gebäuden erkennt man z.T. die laufenden Renovierungsarbeiten. Auf den Dächern wurden z.T. Sonnenkollektoren zur Warmwassererzeugung angebracht.

Zu den verschiedenen Wohngebäuden gehört auch eine alte Villa, ringsherum mit einem schönen Baumbestand aus alten Linden. Der Hauszuweg wird durch eine Kastanienallee gesäumt.

In der Nähe der Gebäude liegen zwei Teiche, der eine ist ein mit Folie abgedichteter Feuerlöschteich und der andere ein ehemaliger Pflanzenklärteich, mit nur einer kleinen offenen Wasserfläche.

Hinter den Gebäuden erstreckt sich ein kleinteiliges Mosaik aus Gärten, Obstwiesen, einer Koppel, Gehölz- und Heckenstrukturen.


Flächen und Gestaltung

(1) Ackerflächen arondiert (siehe auch Luftbildvergleich)

Das Ackerland von Hof Marienhöhe umfasst fast alle Flächen der Rodungsinsel innerhalb der ausgedehnten Kiefernforsten. Nur im Süd - Westen und Süden schließen sich andere landwirtschaftliche Flächen an. Die Böden sind sandig und karg, kleinflächig treten jedoch auch lehmige Kuppen auf.

Um die Winderosion in dem Trockengebiet, in dem es sogar Wanderdünen gibt, zu verringern, wurden zahlreiche Hecken gepflanzt. Im Hofladen steht ein Bilderrahmen, der Fotos von zwei alten Gemälden und von Herrn Bartsch, dem Gründer von Hof Marienhöhe enthält. Daneben steht folgender Text:

" Der Hof Marienhöhe lag bei der Übernahme am 1.I.1928 in einem Ackerbaugebiet mit steppenartigem Charakter und wurde bis 1949 durch Erhard Bartsch (7.I.1895 - 5.IX.1960) in eine blühende - fruchtende Landschaft gewandelt durch Anpflanzung von 4 km Hecke und 100 Obstbäume."

Nur die Robinien-Alleen, die die Wege säumen, gab es damals schon als hier noch ein Reitweg der Prominenz aus Bad Sarrow entlang lief. Heute gibt es hier hohe Bäume, Gemüsebeete und dichte Hecken, die Gebäude stehen längst nicht mehr offen innerhalb einer Sandwüste. Die Robinien - Allee ist in einem Alter, in dem die Bäume langsam absterben. Die meisten Hecken wurden von 1930 - 1942 gepflanzt. Die Heckenpflanzungen sind meist einreihig und wurden aus einer bunten Mischung aus Gartensträuchern angelegt. Das Pflanzmaterial stammte von einer Baumschule aus Frankfurt a. d. Oder, die, wenn sie ihre Quartiere räumte, die übrig gebliebenen Pflanzen Hof Marienhöhe zur Verfügung stellte. Es war nicht einfach das Anwachsen der Hecken zu sichern. Die ersten 5 Jahre waren schwierig. Die Pflanzungen mussten gewässert werden, es wurden Schutzmatten gegen den Wind aufgestellt und stinkende Lappen gegen das Wild aus dem Wald, das sich für die neuen Pflanzen interessierte, aufgehängt (HOPPE, mdl.Mitt. 2001). Die sogenannte "Hochzeitshecke", an einer Grenze von Hof Marienhöhe, wurde von dem ältesten Sohn von Herrn Bartsch und dessen Ehefrau 1951, anstelle einer gemeinsamen Hochzeitsreise gepflanzt, die man sich damals nicht leisten konnte.

Bei der Schlageinteilung versuchte man auf die Änderung der Bodenverhältnisse einzugehen, um möglichst einheitliche Schläge zu erhalten, was bei den kleinflächig wechselnden Bedingungen nicht immer erreicht werden konnte. Die Flächen werden mit drei verschiedenen Fruchtfolgen entsprechend der Bodenwertzahlen bewirtschaftet. Neben den extrem armen Sandböden bilden Kuppen mit schweren Lehmböden das andere Extrem auf Hof Marienhöhe. Die kleinsten Schläge sind ca. 1-2 ha und die größten 5 - 6,5 ha. Das für den ökologischen Landbau so wichtige Kleegras wächst nur mühsam auf den armen Böden.

Die Hecken verlaufen rechtwinkelig oder parallel zu den geraden Waldrändern und verbinden z.B. den Waldrand mit den zwei großen, alten Robinien - Alleen oder zwei Hecken miteinander, so ergeben sich meist Flächen mit parallelen Seitenkanten, die rechtwinkelig aufeinander treffen. An einigen Stellen gibt es kleine Feldgehölze. In einem befindet sich der Wasserturm, dieser Bereich ist umzäunt und gehört nicht zu den Flächen von Hof Marienhöhe.

Am Waldrand fallen die zahlreichen Ameisenhügel auf, die hier in geringem Abstand von den Tieren aufgetürmt wurden. Die Waldstücke, die zu Hof Marienhöhe gehören, zeichnen sich im Waldrandbereich dadurch aus, dass sich andere Baumarten zu den Kiefern und Birken gesellt haben, hier gibt es z.B. Robinien und im Unterwuchs z.T. eine dichte Schicht aus Traubenkirsche.

Im Übergangsbereich zwischen Feldflur und Wald wächst kaum ein Strauchmantel oder Krautsaum. Die landwirtschaftliche Nutzung geht dicht an die Bäume und Hecken heran.

Landschaftsästhetische Beschreibung und Stellungnahme

Durch die gliedernden Hecken entstehen einzelne abgeschlossene Räume, da die Hecken meist so liegen, das die einzelnen Bereiche ringsherum von Wald, Robinien-Alle und Hecke umschlossen sind. Man sieht oft nur ein Feld. Ein Ehepaar, das 10 Jahre lang immer zwei Wochen ihres Urlaubs auf Hof Marienhöhe gearbeitet hat, berichtete, dass die Felder in ihren Augen ein menschliches Maß hatten, z.B. beim Kartoffelkäferabsammeln handelte es sich um überschaubare Einheiten und man hatte das Gefühl mit der Arbeit fertig werden zu können. Auf mich wirkten diese einzelnen umschlossenen Felder inmitten des Kiefernforstes wie die Räume eines großen Hauses. Dieser Eindruck wird durch die etwas übergangslosen, harten Kanten an den Waldrändern verstärkt, die diesen wirklich wie eine Mauer wirken lassen. Außerhalb des bunt blühenden Gemüsegartens gibt es im Sommer, wenn auch in den Hecken nichts blüht und noch kaum etwas fruchtet, selten einen Farbtupfer in der grau und grünen Landschaft, da es kaum Säume mit blühenden Wildpflanzen gibt.

Das satte grün der Robinienallee, tut den Augen nach einer Wanderung über die z.T. abgeernteten und staubigen Felder dann richtig gut. Wenn man durch die alten, knorrigen, etwas exotisch wirkenden Robinienalleen wie durch einen Flur geht und durch die Feldzufahrten, wie durch Türen in die verschiedenen Räume schaut, bietet jeder ein anderes Bild. Zum einen durch die verschiedenen Fruchtfolgenglieder, aber auch durch die verschiedenen Umgrenzungen, denn jede Hecke hat einen eigenen Charakter. Einmal sind es dichte, große Baumhecken, dann wieder eine lockere Baum-Strauch-Hecke. Dazu kommt das kleinflächig wechselnde Geländerelief, von eben, über sanft hügelig bis bewegt und die zwei gegensätzlichen Bodenarten, die kargen Sandböden und die schweren Lehmböden.

In den Bereichen, in denen der Robinienunterwuchs in der Allee dichter ist, sieht es von den Feldern ein bisschen so aus wie der Rand eines Urwalds. Die Flächen um Hof Marienhöhe, die wie eine Insel im Wald liegen, bilden eine kleine Welt für sich. Bei der Gestaltung von Hof Marienhöhe hat man auf einer zunächst nur durch die Topographie gegliederten Fläche etwas ganz neues geschaffen. Die Gestaltung lässt sich nicht aus kulturhistorisch gewachsenen Strukturen aus der Umgebung ableiten, sondern hat neue Strukturen und Elemente in die Landschaft gebracht. Die Raumbildung und Gliederung durch die Hecken hat eine besondere Hofindividualität geschaffen, auch weil sich die Gestaltung über den ganzen Hofbereich erstreckt. Durch die Abgeschlossenheit, die durch die Lage innerhalb der Rodungsinsel bedingt ist, gibt es keine Berührungspunkte zu anderen Gestaltungsweisen, deren Wechselwirkung mit der Hofgestaltung hätte berücksichtigt werden müssen.

(2) Obst und Gemüse

(2.1)Der Gemüsegarten

Zwischen dem neuen Hofladen und den älteren Gebäuden bildet eine geschnittene Hainbuchenhecke einen Raum, durch den man in den großen Gemüsegarten gelangt.

Dort wo heute der Garten ist, war einst ein Heidehügel (HOPPE mdl. Mitt. 2001).

Der Gemüsegarten ist durch Hecken und Obstbaumreihen, z.T. auch durch Terrassen, gegliedert. Angebaut werden viele verschiedene Gemüse- und Salatarten, aber auch Kräuter und zahlreiche verschiedene Schnittblumen. Neben dem Anbau im Freiland, gibt es mehrere Folienhäuser. Ein wichtiger Gesichtspunkt für die Art der Kombination der verschiedenen Pflanzen auf der Fläche, ist der biologische Pflanzenschutz. Ein Teil der Ernte dient dem Eigenbedarf, der Rest wird auf dem Öko-Markt in Berlin und im Hofladen verkauft. Während den regelmäßig stattfindenden Hofführungen haben auch Besucher die Möglichkeit den umzäunten Gemüsegarten zu besichtigen.

Die Schnittblumen werden zu Sträußen gebunden und auf dem Markt verkauft. Zu DDR-Zeiten waren die Blumen von Hof Marienhöhe sehr beliebt, weil es nicht so viele Höfe gab, die neben Nahrungsmitteln auch Blumen anbauten. Nach der Wende hatten sie es schwer, sich gegen die günstigen Hollandblumen zu behaupten, aber mittlerweile sind die Blumen wieder eines der Standbeine des Hofes.

Die Puppen des Schwalbenschwanzes werden von den Möhren abgesammelt und überwintert, damit sie im nächsten Frühjahr schlüpfen können, auch wenn die Möhren schon längst geerntet und verkauft oder verfüttert sind.

weitere Bilder: Gemüsegarten

Landschaftsästhetische Beschreibung und Stellungnahme

Der Raum aus geschnittenen Hainbuchenhecken, mit den runden Torbögen ist ein architektonisches Element, das gut zwischen die Gebäude passt. Er grenzt den vorderen Bereich mit seinem stärker öffentlichen Charakter und den privateren Bereich mit Gemüsegarten voneinander ab. Der Gemüsegarten, in dem es üppig und vielfältig wächst, blüht und fruchtet, bildet auf diesem sandigen Stück Land das Herzstück der Oase. Ständig hört man irgendwo das gleichmäßige "bssst, bssst, bsst" der Sprenkleranlagen, die das üppige Wachstum ermöglichen.

Die vielen verschieden Sorten und besonders die Kombination mit den Blumen ergeben ein buntes, vielfältiges Bild aus verschiedenen Formen und Farben, über das man angesichts des kargen Bodens staunen kann. Die Beete und Pflanzreihen bilden die schlichte Ordnung für diese Vielfalt. Durch die Terrassierung und die gliedernden Hecken und Baumreihen ergeben sich verschiedene abwechslungsreiche Räume. Diese Gliederung in verschiedene Räume ist auch für die Gestaltung der anderen Hofflächen charakteristisch. Der Anblick des knackigen, gepflegten, in Reih und Glied wachsenden Gemüses, kann auch beim Unbeteiligten ein freudiges Gefühl über so viel Fruchtbarkeit inmitten einer Sandwüste auslösen.

(2.2)Streuobstanlagen

Auf Hof Marienhöhe gibt es mehrere kleine Streuobstwiesen. Die alten Bestände werden durch einzelne Nachpflanzungen verjüngt.

Landschaftsästhetische Beschreibung und Stellungnahme

Die alten knorrigen Bäume wirken urig und gemütlich. Meist befinden sich die Streuobstbestände in leicht bewegtem Gelände. Verspielt wirkt das Licht- und Schattenspiel, das durch die lockeren Kronen auf die Wiesen gemalt wird.

weitere Bilder: Streuobst


(3) Flächen außerhalb der Rodungsinsel

Zu den Flächen von Hof Marienhöhe gehören drei weitere Flächen, die außerhalb der Rodungsinsel liegen.

Diese Fläche besitzt mit sandigem Boden, in sanft hügeligem Gelände, umgeben von Kiefernforsten einen ähnlichen Charakter wie die schon beschriebenen Flächen von Hof Marienhöhe. Es hat allerdings keine weitere Gestaltung stattgefunden. Die landwirtschaftliche Nutzung geht auch hier direkt bis an die Bäume heran, ohne die Ausbildung eines Waldmantels aus Sträuchern und Krautsaum.

Die anderen beiden Flächen haben einen vollkommen anderen Charakter. Sie liegen in der Nähe des Scharmützelsees und sind durch das Grundwasser geprägt.

(3.2) Wiese

Es ist eine feuchte Wiese auf einer Lichtung, umgeben von Laubbäumen, die durch einen Weg in zwei Bereiche geteilt ist. Rechts und links des Wegs wachsen hohe Sträucher. Durch die Wiese läuft ein Entwässerungsgraben.


(3.3) Wierichs - Wiese

Die größte Fläche außerhalb der Rodungsinsel ist eine Niedermoorwiese nördlich des Scharmützelsees, die Wierichs - Wiese. Zahlreiche kleine Entwässerungsgräben durchziehen die Wiese im Abstand von ca. 20 Metern, diese münden in zwei größere Gräben. An den Gräben stehen vereinzelt oder auch in kleinen Gruppen Erlen. Entlang der größeren Gräben hat sich eine typische Vegetation entwickelt. An einer Stelle gibt es einen Schilfstreifen. Wie eine Nase erstreckt sich ein etwas höher gelegener Bereich, der nicht zu den Hofflächen gehört, in die Fläche. Hier stehen einige Wohnhäuser und es gibt einen Baumbestand mit ein paar großen alten Eichen. Hier führt ein gut ausgebauter, gepflasterter Fußweg an der Wiese entlang, der Weg führt, später als Sandweg, fast um die ganze Wiese. In dem Bereich hinter der "Nase", gibt es am Rand der Wiese ein Weidengebüsch in dem sich ein Teich verbirgt. Im südlichen Bereich ist ein Teil ausgespart und eingezäunt, hier wird für das örtliche Moorbad in Bad Saarow Torf abgebaut.

Landschaftsästhetische Beschreibung und Stellungnahme

Die große, ebene Fläche wirkt weitläufig. Sie wird durch die Einzelbäume und Baumgruppen spannungsvoll gegliedert, was ihr einen parkartigen Charakter verleiht. Fast könnte man glauben, der landschaftsparkähnlichen Erscheinung, die sich durch die Nutzung ergeben hat, läge eine Planung zugrunde. Die Weite und Offenheit, die die Fläche kennzeichnen, wird durch die Wiesennutzung erhalten.

Der gut ausgebaute Fußweg rund um die Wiese, zeigt, welche Bedeutung die Wierichs - Wiese für die Anwohner hat. Verlässt man den Weg und begibt sich auf die Fläche, so spürt man an dem federnden Untergrund noch den niedermoorartigen Charakter der Wiese.

Die beiden größeren und die zahlreichen kleineren, linearen Gräben verleihen ihr eine besondere Strukturiertheit. Den Verlauf der größeren Gräben erkennt man schon von weitem an der typischen Grabenvegetation. Hier blüht z.B. der Blutweiderich und setzt farbliche Akzente, auch wenn die restliche Fläche gerade gemäht wurde.

Den Rahmen und die Kulisse für diese attraktive Fläche bilden Laubbäume. Auf der Süd - Seite sind es Alleen, die entlang des Weges angelegt wurden, auf der Nordseite Gehölzbestände auf einer "Gehölz - Insel" zwischen den Wierichs - Wiesen und einer nördlich gelegenen Niedermoorwiese, östlich und westlich sind es Waldränder.

Diese von Gräben durchzogene, parkartig mit Bäumen bestückte Wiese ist ein Stück Kulturlandschaft mit einer besonderen Eigenart. Im Süd - Osten gibt es mit Weiden verbuschte Randzonen, die einen Eindruck vermitteln können , wie diese optisch ausgesprochen attraktive Wiese nach einer Nutzungsauflassung evtl. aussehen könnte.

(Andererseits kann man natürlich die Frage stellen, wie nachhaltig die Nutzung einer Niedermoorwiese ist.)

Nutztiere in der Landschaft

Auf Hof Marienhöhe wird Hessisches Rotvieh gehalten, daneben gibt es Deutsche Sattelschweine. Im Bereich der Gärten und Obstwiesen kann man auf ein Schaf als Rasenmäher treffen, außerdem gibt es Pferde auf dem Hof.

Hof Marienhöhe

Anfang Übersichtskarte Luftbildvergleich

B.2.1 Hof Luna B.2.2 Gut Schmerwitz B.2.4 Gut Peetzig